Was ist Marketing? Definition und Arten
Marketing ist ein wesentlicher Bestandteil jedes Unternehmens. Es ermöglicht Unternehmen, potenzielle Kunden mit ihrem Angebot zu erreichen und den Absatz zu steigern. Entscheidend ist jedoch die Wahl der richtigen Maßnahmen. Deshalb erläutern wir, was Marketing ist und welche Arten es gibt.
Marketing – was ist das?
Marketing ist die Kunst, Produkte zu verkaufen, indem Waren und Dienstleistungen für Verbraucher und Organisationen entwickelt, beworben und bereitgestellt werden (Philip Kotler).
Wie Sie sehen, ist Marketing ein weit gefasster Begriff: Er umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die letztlich zum Verkauf führen sollen. Die Definition allein sagt daher noch nicht besonders viel aus – schließlich verfolgt jedes Unternehmen seinen eigenen Weg zu diesem Ziel.
Um passende Maßnahmen auszuwählen, müssen wir zunächst die verschiedenen Marketingarten kennenlernen, die sich für bestimmte Situationen eignen.
Arten von Marketing
Es gibt zahlreiche Formen des Marketings, und es kommen ständig neue hinzu. Auf Wikipedia wurden 2017 beispielsweise 19 Arten beschrieben, 2021 waren es 23 und 2026 bereits 29. Diese Entwicklung ist vor allem auf die fortschreitende Digitalisierung zurückzuführen.
Die einfachste Einteilung unterscheidet zwischen Online-Marketing und traditionellem Marketing.
Online-Marketing
Beim Inbound-Marketing werden Inhalte mit Mehrwert geschaffen, die Interessenten selbst entdecken.
Beispiele dafür sind fundierte Blogartikel, Infografiken oder Webinare. Potenzielle Kunden stoßen auf diese hilfreichen Materialien und lernen dabei zugleich die Marke und ihr Angebot kennen.
Das ist ein wirksamer Ansatz, um Menschen zu erreichen, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs höher ist.
Outbound-Marketing
Outbound-Marketing setzt hingegen darauf, Werbung auszuspielen, ohne dass die angesprochenen Personen aktiv danach gesucht haben.
Beispiele sind Fernsehwerbung, Werbebanner und Kampagnen mit Google Ads. Mit dieser Methode lässt sich eine bestimmte Zielgruppe schnell erreichen – allerdings häufig auf Kosten einer niedrigeren Conversion-Rate.
Interessanterweise lässt sich Marketing auch nach den zugrunde liegenden Konzepten einteilen. Besonders verbreitet ist der sogenannte Marketing-Mix mit seinen vier Säulen, den 4P: Produkt, Preis, Vertrieb und Kommunikation. Das Modell ist deshalb so beliebt, weil es übersichtlich darstellt, wie ein Unternehmen auf den Markt einwirkt. Weiterentwicklungen dieses Ansatzes sind beispielsweise die 8P oder die 4C.
Welche Marketingart ist die richtige?
Auf die Frage, welche Art von Marketing Sie einsetzen sollten, gibt es keine einfache Antwort. Die richtige Wahl hängt von vier Faktoren ab:
- der Branche
- der Zielgruppe
- den Ressourcen des Unternehmens, etwa der Markenbekanntheit oder dem Umfang der Website
- dem verfügbaren Investitionsbudget
Jeder dieser Faktoren hat erheblichen Einfluss auf die passende Marketingstrategie.
Die Definition von Online-Marketing ist leicht verständlich: Das zentrale Instrument ist hier das Internet. Zu seinen Teilbereichen zählen:
- Content-Marketing – Maßnahmen, die ansprechende, nützliche Inhalte nutzen, um die Marke als kompetenten Experten zu positionieren und zugleich das Ranking der Website in Suchmaschinen zu verbessern.
- Remarketing – eine Marketingform, bei der Anzeigen Personen gezeigt werden, die die Website bereits besucht haben und die Marke schon kennen.
- Buzz-Marketing – wird unter anderem in Online-Foren eingesetzt. Dabei werden themenbezogene Diskussionen angeregt, um das Angebot beiläufig ins Gespräch zu bringen.
- Social-Media-Marketing – Aktivitäten auf sozialen Plattformen wie Facebook, Instagram, Twitter oder LinkedIn, die Nutzer einbinden und dazu anregen, das Angebot in Anspruch zu nehmen.
- SEM – Suchmaschinenmarketing, das sich aus zwei Elementen zusammensetzt: SEO und PPC. Bei SEO wird die Website für Suchmaschinen optimiert, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und dadurch organischen Traffic zu gewinnen. PPC dient dazu, etwa über Google Ads bezahlte Anzeigen auszuspielen, Kunden anzusprechen und bezahlten Traffic zu erzeugen.
Traditionelles Marketing
Auch der Begriff des traditionellen oder klassischen Marketings ist leicht verständlich. Dazu gehören Offline-Maßnahmen, die bereits vor der Erfindung des Internets eingesetzt wurden, etwa das Verteilen von Flyern oder Anzeigen in Zeitungen. Weitere Beispiele sind:
- Sportmarketing – nutzt Sponsoring im Sportumfeld, beispielsweise durch Werbung während einer Sportübertragung oder die Platzierung einer Marke auf einer Werbebande.
- Sensorisches Marketing – spricht die Sinne an, um Assoziationen mit einer Marke zu wecken. Zu den bekanntesten Formen zählen Audiomarketing, das den Hörsinn anspricht, und Duftmarketing, das den Geruchssinn nutzt.
- Shopper-Marketing – findet direkt im Geschäft statt. Ziel ist es, potenzielle Kunden am Verkaufsort zum Kauf zu bewegen.
Inbound-Marketing
Bisher haben wir Marketingarten nach dem eingesetzten Medium unterschieden. Sie lassen sich jedoch auch danach einteilen, wie die Zielgruppe erreicht wird.
- Die IT-Branche profitiert kaum von sensorischem Marketing, das auf spontane Kaufimpulse abzielt: Aufträge haben hier meist Investitionscharakter und beruhen auf nüchternen Abwägungen. Ein geeigneterer Ansatz ist es, die Sichtbarkeit in Suchmaschinen mithilfe von SEM zu erhöhen.
- Content-Marketing ist für eine lokale Bäckerei nicht unbedingt die beste Lösung, da ihre Kunden keine Fachartikel über Backwaren lesen müssen, um etwas zu kaufen. Sinnvoller kann es sein, auf Maßnahmen am Verkaufsort zu setzen und beispielsweise den Duft frischen Brotes vor dem Geschäft wahrnehmbar zu machen.
- Eine Investition in Remarketing bringt keine Ergebnisse, wenn die Website überhaupt keinen Traffic hat. In dieser Situation ist Social-Media-Marketing die passendere Lösung, um potenzielle Kunden zu erreichen.
- Bei einem kleinen Budget empfiehlt es sich, die Werbung auf eine eng eingegrenzte Gruppe interessierter Kunden auszurichten. Eine landesweite Markenbekanntheit durch Sportmarketing aufzubauen, kommt dann nicht infrage.
Damit wird deutlich, was Marketing in der Praxis bedeutet: den Einsatz verkaufsfördernder Maßnahmen, die zur Situation und zu den Möglichkeiten des Unternehmens passen.
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