Unternehmensziele – wie legt man sie fest?
Jede Marketinglehre wird Ihnen sagen, dass klar formulierte Unternehmensziele die Grundlage für nachhaltiges Wachstum bilden. Das stimmt – vorausgesetzt, die Zielsetzungen entsprechen der Realität. Deshalb zeigen wir Ihnen in diesem Artikel, wie Sie Unternehmensziele präzise festlegen.
Was sind Unternehmensziele?
Unternehmensziele sind übergeordnete geschäftliche Ergebnisse, die sich aus der Umsetzung künftiger Vorhaben ergeben.
Es handelt sich also um positive Ergebnisse, die ein Unternehmen durch die Umsetzung geplanter, meist langfristiger Maßnahmen erzielt. Beispiele für Unternehmensziele sind die Steigerung des Umsatzes, eine bessere Positionierung der Website oder der Aufbau eines starken Markenimages.
Wozu dienen Unternehmensziele?
Unternehmensziele sind aus vielen Gründen wichtig. Die Planung von Marketingmaßnahmen ermöglicht es, jene Aktivitäten präzise festzulegen, die geschäftliche Vorteile schaffen und gleichzeitig den Investitionsaufwand möglichst gering halten. So lassen sich die gewünschten Ergebnisse mit möglichst wenig Aufwand erzielen – und zugleich Zeit, Arbeit und Geld sparen.
Unternehmensziele beantworten nicht nur die einfache Frage „WAS möchte ich erreichen?“, sondern auch „WIE möchte ich es erreichen?“ – und das macht bei der Planung der Details einer Marketingstrategie einen wesentlichen Unterschied.
Sehen wir uns also an, wie Sie Unternehmensziele richtig formulieren.
Wie legt man Unternehmensziele fest?
Dieser Schritt ist der einfachste, denn die Antwort ergibt sich meist aus der Beobachtung und der Analyse jener Schwachstellen, die beseitigt werden müssen, um die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu steigern.
Wenn ein Unternehmen nur wenige Angebotsanfragen erhält, liegt es nahe, die Sichtbarkeit des Angebots zu verbessern, um potenzielle Kundinnen und Kunden zu erreichen.
Das klingt kinderleicht. Schwierigkeiten entstehen jedoch bei der Frage: „WIE lässt sich das gesetzte Ziel erreichen?“ Bei der Suche nach einer Antwort müssen Sie zahlreiche veränderliche Faktoren berücksichtigen, die letztlich die geplanten Maßnahmen bestimmen.
Im einfachsten Modell müssen Sie sowohl die internen Möglichkeiten des Unternehmens als auch die externen Anforderungen des Marktes berücksichtigen. Zu den internen Faktoren zählen beispielsweise das Investitionsbudget, zu den externen Faktoren etwa die Aktivitäten der Konkurrenz oder die Besonderheiten der Branche.
Welche Unternehmensziele kann es geben?
Grundsätzlich kann jeder geschäftliche Vorteil zum Ziel werden. Zu den häufigsten Marketingzielen eines Unternehmens zählen:
- die Steigerung von Umsatz, Absatz und Gewinn,
- der Aufbau eines Expertenimages,
- die Senkung der Produktionskosten,
- die Reichweite des Angebots bei einer größeren Zahl von Menschen,
- die Verbesserung der Conversion-Rate,
- die Steigerung der Markenbekanntheit.
Wichtig ist: Übergeordnete Ziele werden durch mehrere kleinere Ziele erreicht. Erfolgreicher Verkauf ist beispielsweise kaum möglich, wenn ein Unternehmen nicht für ein solides Image und ein attraktives Angebot sorgt. Deshalb ist die Präzisierung von Zielen und den Bedingungen für ihre Umsetzung deutlich komplexer als eine vage Vision wie „Ich möchte doppelt so viel verdienen“. Sehen wir uns daher an, wie die Entwicklung eines solchen Konzepts in der Praxis aussehen kann.
Unternehmensziele – Beispiele
Wir stellen Ihnen zwei Szenarien vor, die zeigen, dass Unternehmensziele je nach konkreter Situation unterschiedlich definiert und umgesetzt werden können.
Beispiel 1 – E-Commerce
Die Inhaberin eines Onlineshops möchte den Traffic auf ihrer Website besser nutzen, um die Leistung ihres Angebots zu verbessern. Dafür möchte sie die Conversion-Rate erhöhen und Besucherinnen und Besucher gezielter zum Abschluss eines Kaufs bewegen. Dafür stehen ihr mehrere Möglichkeiten offen:
- ein neues Design für den Onlineshop,
- eine übersichtlichere Kategorienstruktur,
- die Überarbeitung der Produktbeschreibungen,
- eine schnellere Ladezeit der Website,
- hochwertigere Produktfotos,
- Rabatte und Gutscheincodes.
In diesem Fall ist das Unternehmensziel klar definiert, doch der Weg dorthin kann über mehrere Maßnahmen führen. Welche davon die beste ist, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Deshalb ist es so wichtig, die passenden Mittel auf die eigene Situation abzustimmen.
Die Shopinhaberin könnte beispielsweise auf ein neues Design setzen, wenn die Website seit mehreren Jahren nicht mehr aktualisiert wurde. Hat sie das Design hingegen erst vor einem Jahr überarbeitet, die Verkaufstexte aber nicht aktualisiert, sollte sie sich stattdessen auf neue Produktbeschreibungen konzentrieren. Kurz gesagt: Viel hängt vom aktuellen Zustand des Onlineshops ab, denn Marketingmaßnahmen sollten vor allem seine Schwachstellen beseitigen.
Beispiel 2 – Installations- und Sanitärbranche
Michael ist ein Installateur aus der Region. Er möchte mehr Reparaturaufträge erhalten, um sein Einkommen zu steigern. Sein Unternehmensziel ist also eine größere Kundenzahl – welche Möglichkeiten stehen ihm offen? Die einfachste wäre, von Haus zu Haus zu gehen und Wasserhähne zu beschädigen, um sie anschließend zu reparieren (Entschuldigung, aber dieser Scherz lag einfach zu nahe :)).
Zurück zu den ernsthaften Überlegungen: Michael geht zu Recht davon aus, dass Menschen solche Dienstleistungen in ganz bestimmten Situationen suchen – etwa bei einem Defekt oder einer geplanten Installation. Potenzielle Kundinnen und Kunden sind daher nur ein kleiner, ständig wechselnder Teil der Bevölkerung. Das bedeutet, dass die Zielgruppe nur schwer klar einzugrenzen ist und klassische Werbung nicht gezielt jene Menschen erreicht, die tatsächlich Bedarf an diesen Leistungen haben.
Deshalb schließt Michael Flyer, Werbebanner und andere Formen des Outbound-Marketings aus. Stattdessen sucht er nach einer Methode, mit der Interessierte seine Dienstleistungen leichter finden, sobald sie benötigt werden. Zur Auswahl stehen unter anderem:
- bezahlte Google-Ads-Anzeigen,
- Suchmaschinenoptimierung der Website,
- NAP-Einträge,
- Inserate auf Portalen für Fachkräfte.
Sehen wir uns an, welche Möglichkeiten sich daraus ergeben. Mit Google Ads kann Michael seine Website jedes Mal anzeigen lassen, wenn jemand „Installateur + [Name seiner Stadt]“ eingibt. Er kann außerdem Copywriting-Leistungen in Anspruch nehmen und einen Artikel mit dem Titel „Wie repariert man einen tropfenden Wasserhahn?“ veröffentlichen. Erreicht der Beitrag eine hohe Position in den Suchergebnissen, findet jede Person mit einem möglichen Wasserhahnproblem seine Website, sobald sie diesen Suchbegriff eingibt – und er gibt dafür keinen einzigen Cent aus!
Zusammenfassend lässt sich sagen: Aufgrund der Besonderheiten seines Angebots nutzt Michael das Potenzial des Inbound-Marketings und wirbt gezielt bei Menschen, die tatsächlich Bedarf an Installations- und Sanitärdienstleistungen haben. Damit verfolgt er sein Unternehmensziel: die Zahl seiner Kundinnen und Kunden zu erhöhen.
Zusammenfassung
- Kurz gesagt sind Unternehmensziele künftige geschäftliche Vorteile, die sich aus der Umsetzung geplanter Maßnahmen ergeben.
- Dazu zählen unter anderem höhere Verkaufszahlen, eine größere Markenbekanntheit und die Senkung der Fixkosten.
- Der heutige Markt ermöglicht es, zahlreiche Ziele und die dafür notwendigen Maßnahmen zu definieren. Die richtigen Entscheidungen hängen jedoch immer von der individuellen Situation des jeweiligen Unternehmens ab.
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